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Mithilfe von riesigen Saftpressen verarbeitet Grünewald pro Tag bis zu 700 t Früchte
Mit dem ERP-System Yaveon Probatch für Microsoft Dynamics NAV können alle Prozesse in einem chargen- und rezepturorientierten Unternehmen ganzheitlich in betriebs- und warenwirtschaftlicher Hinsicht abgebildet werden. Des Weiteren ermöglicht das System die vertikale Integration aller Unternehmensdaten von der Produktion, über MES-Funktionalitäten bis hin zu Finanzbuchhaltung und Unternehmensplanung. Ein Anwender von Yaveon Probatch ist das österreichische Unternehmen Grünewald International.
Mithilfe von riesigen Saftpressen verarbeitet Grünewald pro Tag bis zu 700 t Früchte
ERP-System auf Basis von Microsoft Dynamics NAV sorgt für einheitliche Informationslogistik

Potenziale ausschöpfen

Von der Produktentwicklung im Labor bis hin zur Ab- füllung können alle Prozesse mit Yaveon Probatch auf Basis von Microsoft Dynamics NAV abgebildet werden
Von der Produktentwicklung im Labor bis hin zur Ab- füllung können alle Prozesse mit Yaveon Probatch auf Basis von Microsoft Dynamics NAV abgebildet werden

Qualitätsbewusstsein und Flexibilität bei der Chargenfertigung auf Basis einer komplexen Rezepturentwicklung zeichnen den Fruchtverarbeitungsbetrieb Grünewald International aus. 1938 gründete die Familie Grünewald in Stainz den Betrieb, der inzwischen auf sechs Standorte in Österreich, Deutschland, Polen und Serbien angewachsen ist. Mehr als 600 Mitarbeiter sorgen dafür, dass sowohl regionale als auch internationale Frucht- und Gemüsesorten von höchster Qualität zugekauft, verarbeitet und zu Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtzubereitungen mit definierter Zusammensetzung veredelt werden. Säfte, Eiscremes, Backwaren und vieles mehr werden mit den Qualitätsprodukten von Grünewald verfeinert oder oft erst ermöglicht. Da Obst und Gemüse Naturprodukte sind, die je nach Standort und Wetterverhältnissen in Geschmack, Konsistenz und Qualität voneinander abweichen, kommt es bei der Verarbeitung darauf an, exakt die gewünschten Qualitätsvorgaben des Kunden zu erreichen. Zertifikate wie IFS, ISO, HACCP und andere bescheinigen der Grünewald-Unternehmensgruppe, dass sie die höchsten Ansprüche der industriellen Nahrungsmittelverarbeiter erfüllt.

Im losen Verbund der Standorte kann das Unternehmen sehr flexibel auf die wechselnden Anforderungen der Kunden reagieren und gleichzeitig Kosten insbesondere für Forschung und Logistik senken. Außerdem ist eine individuellen Kundenbetreuung vor Ort möglich. Daneben ist es dem Management von Grünewald sehr wichtig, keinen Konzern entstehen zu lassen, der nur noch unflexibel in Großchargen denkt, sondern die mittelständische Kultur des Familienunternehmens an allen Standorten zu bewahren. „ Um die gemeinsamen Potenziale voll entfalten zu können, brauchen wir eine einheitliche Informationslogistik und eine durchgängige Transparenz der Unternehmensprozesse, wobei die Hoheit und Verantwortlichkeit für die Geschäfte an den Standorten bleiben", sagt Stefan Eisner, Leiter IT bei Grünewald in Stainz.

Die Selbstständigkeit der Unternehmen im Verbund war eine der wesentlichen Herausforderungen für das neue ERP-System, das Grünewald ab 2008 für das Gesamtunternehmen zu evaluieren begann.

Umfassendes Auswahlverfahren

In Stainz war eine SAP-Lösung im Einsatz. Die deutschen Standorte setzten auf die sehr spezialisierte Business-Open-Software, während man in Polen und Serbien mit Microsoft Dynamics NAV arbeitete. „Die Einführung von NAV in Serbien zeigte uns zum ersten Mal, wie einfach und anpassbar die Software ist", erläutert Eisner.

Für eine Gesamtlösung bei Grünewald International waren die Anforderungen dennoch sehr hoch. „Wir benötigen ja nicht nur ein einfaches Warenwirtschaftssystem, sondern eine umfassende ERP-Lösung, die sowohl alle sprachlichen und gesetzlichen Anforderungen in den Finanzbuchhaltungen der Länder abdeckt als auch über eine integrierte Rezeptur- und Chargenverwaltung verfügt", erklärt der IT-Leiter. Der Anforderungskatalog beinhaltete auch ein zentrales Qualitätsmanagementsystem und die Unterstützung mobiler Endgeräte für alle Prozesse in der Produktion und Logistik.

Bald war klar, dass nur SAP und Microsoft im Standard dem nahe kamen. Die mittelständische Kultur und die Anpassbarkeit an die Besonderheiten bei Grünewald wurden dabei eher bei Microsoft Dynamics gesehen. „Aber damit war das Auswahlverfahren noch nicht beendet, denn bei Microsoft Dynamics hängt viel von den Partnern ab", sagt Eisner. Mehrere Partner wurden angefragt und mit einem sogar eine Vor-analyse durchgeführt. „Aber als wir im Frühjahr 2009 Yaveon kennengelernt haben, wussten wir, die verstehen uns wirklich", blickt Eisner zurück. „Während viele nur die Abfüllung in die jeweiligen Gebinde als zentrale Aufgabe betrachteten, erkannte Yaveon die Herausforderungen in den Entwicklungsrezepturen und bei den Mischungsverhältnissen der tatsächlich auf Lager befindlichen Chargen mit ihren jeweiligen spezifischen Eigenschaften – den bei uns sogenannten Merkmalen." Yaveon setzte auf Basis dieser Vision eine hochkomplexe und für die chargenorientierte Verarbeitung notwendige Merkmalslogik um.

Am Anfang steht das Labor

Jedes neue Produkt und jede neue Kundenspezifikation beginnt im Entwicklungslabor. Dort erarbeiten die Ingenieure entsprechende Rezepturen und testen diese in der zentralen Kleinchargenanlage in Stainz. Mit der Branchenlösung Yaveon Probatch und der integrierten Merkmalsverwaltung war es möglich, das Know-how der Ingenieure von Grünewald im System abzubilden. Dies bedeutet konkret, dass bereits bei der Erstellung von Rezepturen die Eigenschaften des Produkts aufgrund der geplanten Rohwaren bzw. Komponenten vom System berechnet werden. Hierbei sind u. a. Vorgaben der Kunden in Hinblick auf Farbe, Zuckergehalt, pH-Wert, Wasserzugabe etc. zu berücksichtigen.

Durch das integrierte System werden die Prozesse des Vertriebs und der Produktentwicklung mittels elektronischer Workflows von der Kundenanfrage, der Machbarkeitsanalyse über die ersten Musterzubereitungen des Labors bis zur Auftragsproduktion und dem Produktlebenszyklus- und Änderungsmanagement verknüpft. Dabei kann zur Vorkalkulation der Entwicklungsrezeptur bereits auf Realdaten des ERP-Systems (Einstandspreise) zugegriffen werden.

Ist die Entwicklungsrezeptur für ein neues Produkt vom Entwicklungsleiter bzw. dem Kunden freigegeben, wird diese direkt in eine Herstellanweisung für die Produktion umgewandelt. Sie erbt so die Rezepturbestandteile und auch die Vorgaben aus der Produktentwicklung über spezielle Produkteigenschaften (Farbe, Zuckerwert, pH-Wert usw.). Auch für den eigentlichen Produktionsprozess wurden alle Anforderungen durchgängig in Microsoft Dynamics NAV umgesetzt, beginnend bei der Eingangswägung der angelieferten Früchte bis hin zur Abfüllung der Fertigwaren. Durch den konsequenten Einsatz von Barcode-scannern gibt es keine Systemwechsel und Systemübergänge in dieser intelligenten Wertschöpfungskette. Die Mitarbeiter in der Produktion mussten sich nur daran gewöhnen, Chargendaten und Plombennummern nicht mehr einfach auf Zettel zu schreiben, sondern direkt in das System einzugeben.

Konsequent qualitätsorientiert

Die Herausforderung an die Produktion, fortlaufend ein qualitativ hochwertiges und normiertes Produkt bei variablen Eigenschaften der Rohwaren herzustellen, wird mittels der Merkmalslogik und der Berücksichtigung der Vorgaben der Rezeptur und der jeweiligen Chargeneigenschaften optimal von der Branchenlösung Yaveon Probatch unterstützt.

Ein Chargenkonzept mit durchgängiger Chargenrückverfolgung und Statusverwaltung vom Ursprung der Rohware bis zum Erzeugnis oder umgekehrt inklusive der Verwaltung von Tanks sowie der Verpackungen sorgt für umfassende Transparenz und Sicherheit – und ist auch Voraussetzung für ein Bestehen in einem Zertifizierungsprozess beispielsweise nach dem IFS-Standard. „Mit dem neuen ERP-System gelingt es uns, besser auf die individuellen Kundenanforderungen einzugehen", sagt Richard Grünewald, einer der drei Geschäftsführer des Familienunternehmens. „Die IT, das Qualitätsmanagement, die Kundenverwaltung sowie die Forschung und Entwicklung bilden zentrale Dienste, die allen Standorten sofort zu Gute kommen müssen. Der zentrale Zugriff auf die Stammdaten und Kontrakte durch alle Werke erhöht die Transparenz und Effizienz in der täglichen Arbeit deutlich."

Ein anderes wichtiges Thema ist eine ergonomische und effiziente Darstellung der Informationen am Arbeitsplatz bzw. auf dem Scanner. Auch hier beweist Microsoft Dynamics NAV eine große Flexibilität. „Komplexe Informationen werden unkompliziert dargestellt und alle wichtigen Informationen sind mit ein oder zwei Klicks abrufbar", erklärt Eisner zufrieden.

Im Sommer 2010 erfolgte der Echtstart von Microsoft Dynamics NAV und Yaveon Probatch in Stainz, ein Jahr später, im Sommer 2011, in Gochsheim.

Online-Info www.dei.de/d0911421

06.09.2011


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