Login
Kompromisslos hygienisch: Bei den Stirnradgetrieben der Baureihe RES37 (links) und den Kegelradgetriebe KES37 (rechts) im Hygienic Design sind alle produkt- und reinigungsmittelberührten Komponenten aus Edelstahl gefertigt
Die Stirnradgetriebe RES37 und Kegelradgetriebe KES37 in Edelstahlausführung sorgen überall dort für Bewegung, wo es auf Sauberkeit und Hygiene ankommt. Aufgrund ihres hygienischen Designs können sich auf ihrer Oberfläche keine Schmutz- und Flüssigkeitsreste ansammeln. Zudem halten diese Getriebe selbst einer intensiven Reinigung problemlos stand. Die ebenfalls aus Edelstahl hergestellten IEC- und Nema-Adapter ermöglichen einen variablen Motoranbau.
Kompromisslos hygienisch: Bei den Stirnradgetrieben der Baureihe RES37 (links) und den Kegelradgetriebe KES37 (rechts) im Hygienic Design sind alle produkt- und reinigungsmittelberührten Komponenten aus Edelstahl gefertigt
Stirnrad- und Kegelradgetriebe im Hygienic Design

Eine saubere Sache

Das Hygienic Design von Anlagen, die in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingesetzt werden, spielt vor dem Hintergrund der Lebensmittelsicherheit und der Produkthaftung eine entscheidende Rolle. Kommen beispielsweise in einer Verpackungsanlage Korrosionsrückstände mit dem Packgut in Kontakt, führt das zum Ausfall einer gesamten Produktionseinheit und damit zu erheblichen Kosten. Aus diesem Grund müssen Anlagen und Komponenten im Nahrungsmittelbereich nach besonderen Gesichtspunkten konstruiert und gestaltet sein. Diese Gestaltungsprinzipien werden unter dem Begriff Hygienic Design zusammengefasst. Sie beschreiben konstruktive Anforderungen zur Vermeidung von hygienischen Schwachstellen, die zu biologischen und chemischen Gefährdungen des Anlagenprozesses sowie zu einer Produktkontamination durch Fremdkörper führen können. Die Hauptelemente des Hygienic Designs sind Form, Werkstoffe und Oberflächenstruktur von Komponenten, die mittelbar oder unmittelbar mit dem Prozess oder dem Produkt in Kontakt kommen. Edelstahlgetriebe von SEW-Eurodrive erfüllen die Anforderungen des Hygienic Designs und sorgen überall dort für Bewegung, wo Maschinen und Anlagen in hygienisch sensiblen Bereichen ihre Arbeit erledigen und besonders intensiv gereinigt werden müssen – ob in der Wasserversorgung, bei Laboranwendungen, in Molkereien, der fleischverarbeitenden Industrie etc.

Hygienischer Adapter

In Abhängigkeit von Anwendung und vorhandenem Bauraum bietet SEW Kegelradgetriebe der Baureihe KES37 in Hohlwellenausführung mit Passfeder, Schrumpfscheibe oder Torqloc sowie Stirnradgetriebe RESF37 in Flanschausführung an. Über einen ebenfalls im Hygienic Design ausgeführten Adapter lassen sich problemlos IEC- und Nema-Motoren anbauen. Durch ihre hygienischen Eigenschaften, ihre Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit lassen sie sich unter den besonderen Produktionsbedingungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie im Pharmabereich optimal einsetzen. Das gilt ebenso für Umgebungen mit permanent hoher Luftfeuchtigkeit.

Bauliche Ausführung

Flächen, Radien und Schnittstellen sind bei den Hygiene-Getrieben so ausgeführt, dass während und nach dem Reinigen keine Flüssigkeiten oder Reinigungsmittel auf den Oberflächen zurück bleiben können, sondern selbständig abfließen. Man spricht hier vom Self Draining Design, bei dem ausschließlich konkave Formen Verwendung finden und Toträume, die bei der Reinigung nicht erreicht werden können, vermieden werden.

Dichtungen zwischen Bauteilen, zum Beispiel zwischen Getriebegehäuse und Getriebedeckel, müssen größer sein, als die zu dichtende Kontaktfläche. Das heißt, die Dichtung muss nach der Montage den Dichtspalt so ausfüllen, dass keine Vertiefungen zwischen Gehäuse und Deckelübergang entstehen, in denen sich Verunreinigungen sammeln können. Eine an derartigen Dichtstellen im Standardbereich übliche anaerobe Flüssigdichtung kann nicht verwendet werden, weil bei einer nicht vollflächigen Benetzung der Dichtfläche die Gefahr von Spaltkorrosion besteht. Aus diesem Grund verwendet SEW für seine hygienischen KES-Kegelrad- und RES-Stirnradgetrieben eine faserverstärkte AFM-Dichtung. Dieser FDA-konforme Werkstoff verfügt über eine hohe Zug-, Druck- und Scherfestigkeit. Ferner ist er für den Kontakt mit Lebensmitteln und Trinkwasser zugelassen.

Reinigungsmittel, kein Problem

Ein wichtiger Punkt ist die Beständigkeit der eingesetzten Werkstoffe gegenüber Säuren und Basen. Letztere bilden die Basis für viele in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie verwendeten Reinigungsmittel. Diese Chemikalien würden die in den SEW-Standardgetrieben verbauten Werkstoffe angreifen. Deshalb verwendet der Hersteller für die produkt- bzw. reinigungsmittelberührten Oberflächen der KES- und RES-Getriebe im Hygienic Design Edelstahl, das sich durch eine hohe Resistenz gegenüber Säuren und Basen auszeichnet. Die Edelstahlausführung ist auch korrosionsfesten Beschichtungen auf Gusseisen- oder Stahlwerkstoffen überlegen, denn beim Einsatz von Hochdruckreinigern kann es Probleme mit der Haftung dieser Schichten geben.

Auch die Oberflächenstruktur stellt beim Hygienic Design eine wichtige Größe dar. Je kleiner die Oberflächenrauheit, desto weniger Halt finden Anhaftungen und Flüssigkeiten auf der Oberfläche. Alle diese Punkte müssen nicht nur bei der Gestaltung von Getriebe- und Motorgehäusen, sondern auch bei allen übrigen Teilen wie Wellen, Dichtungen, Schrauben usw. berücksichtigt werden. Beispielsweise dürfen keine Zylinderschrauben in Innensechskant-, Schlitz- oder Torxausführung verwendet werden, bei denen sich am Kopf Flüssigkeiten sammeln können.

Halle 10.1, Stand B64

· prozesstechnik-online.de/dei0212###

13.01.2012


Weitere Artikel zum Thema
Mehr zu Antriebstechnik Mehr zu Antriebstechnik

Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Konradin Mediengruppe