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2-D-Codierung macht Arzneimittel fälschungssicher

Betrüger ohne Chance

Michael Kögler, Technischer Direktor bei APS
Michael Kögler, Technischer Direktor bei APS
Der speziell auf die Bedürfnisse der Pharmaindustrie abgestimmte wartungsfreie Tintenstrahldrucker Apsolute liefert ein gestochen scharfes Druckbild
Der speziell auf die Bedürfnisse der Pharmaindustrie abgestimmte wartungsfreie Tintenstrahldrucker Apsolute liefert ein gestochen scharfes Druckbild

Der Data-Matrix-Code ist immer häufiger das Mittel der Wahl, wenn es um sichere Produktcodierung geht. Michael Kögler, Technischer Direktor beim Herrenberger Spezialisten für industrielle Kennzeichnung, APS, erläutert den Nutzen des Codes.

cav: Herr Kögler, als Experte im Bereich der Produktkennzeichnung sind Sie mit den aktuellen Trends vertraut. Weshalb gewinnt der Data-Matrix-Code zunehmend an Bedeutung?

Kögler: Die Anzahl von Informationen, die auf ein Produkt aufgebracht werden müssen, steigt enorm. Gleichzeitig ist der Codierbereich begrenzt. Es müssen also immer mehr Informationen auf kleinstem Raum codiert werden. Dafür eignet sich der zweidimensionale Data-Matrix-Code, da er über eine sehr hohe Datendichte verfügt. Wichtige Informationen wiederholen sich innerhalb eines 2-D-Codes. Diese Redundanzen tragen, kombiniert mit eingebauten Korrekturmechanismen, zur Sicherheit bei. So ist der Code selbst dann noch lesbar, wenn etwa 25 % davon überdeckt oder zerstört wurden.

cav: Der 2-D-Code wurde vor gut 20 Jahren entwickelt. Warum wird er gerade jetzt verstärkt eingesetzt?

Kögler: Zum Lesen eines 2-D-Codes werden digitale Kameras benötigt, die inzwischen in der Anschaffung so günstig sind, dass sie heute überall Verwendung finden. Der Data-Matrix-Code wird deshalb in einigen Bereichen, z. B. in der innerbetrieblichen Logistik oder Postfrankierung, eingesetzt und wird sich sicherlich auch in anderen Bereichen, wie z. B. der Pharmaindustrie, durchsetzen.

cav: Welchen konkreten Nutzen hätten Anwender, wie etwa ein Apotheker, vom Data-Matrix-Code?

Kögler: In einigen Ländern, beispielsweise in Frankreich oder der Türkei, wird der 2-D-Code im Pharmabereich bereits erfolgreich eingesetzt. Auf jede Medikamentenpackung werden eine eindeutige, zufallsbasierte, identifizierbare Serien- sowie Chargennummer, eine Global Trade Identification Number und das Verfallsdatum codiert. Alle Nummern werden in einer zentralen Datenbank abgespeichert. In der Apotheke wird die Verschlüsselung dann maschinell gelesen und online in der Datenbank geprüft, ob sie vorhanden ist und das Medikament verkauft werden kann. Wurde beispielsweise ein Produkt zurückgerufen, erhält der Apotheker automatisch einen Warnhinweis. Identität und Herkunft der Medikamentenpackung sind so jederzeit überprüfbar, Arzneimittel werden fälschungssicher. Letztlich profitieren davon Hersteller, Händler, Krankenkassen und Patienten gleichermaßen. Grundsätzlich ist der Data-Matrix-Code zur schnellen Rückverfolgung in allen Fertigungsprozessen denkbar. In den USA beispielsweise wird der Data-Matrix-Code mit infrarotlesbarer Tinte auf patientenspezifisch beschriftete Medikamente aufgebracht und stellt in diesem Bereich – für den Verbraucher unsichtbar – die lückenlose Rückverfolgung sicher.

cav: Welche gesetzlichen Vorschriften sind dabei zu beachten?

Kögler: In einzelnen europäischen Ländern ist die eindeutige Codierung pharmazeutischer Produkte bereits verpflichtend. In der Türkei beispielsweise ist der 2-D-Code seit Januar 2009 obligatorisch, um zu verhindern, dass Medikamente doppelt verkauft und mit den Krankenkassen abgerechnet werden. Auch in Frankreich soll es in Kürze ein solches Gesetz geben.

cav: Mit welchen Technologien kann der 2-D-Code aufgebracht werden?

Kögler: Für die zweidimensionale Codierung sind Laser- und Thermo-Inkjet-Drucker geeignet, wobei die Lasertechnologie sehr aufwendig und teuer ist. Andere Technologien, wie beispielsweise konventionelle industrielle Tintenstrahldrucker, können lediglich eine Punktmatrix aufbringen, die für den 2-D-Code zu ungenau ist. Erst ein hochauflösender Aufdruck als Kästchenmatrix ermöglicht ein wirklich präzises Druckergebnis. Thermo-Inkjet-Drucker eignen sich dafür am besten, da der Code kantenscharf aufgebracht werden kann und sehr gut lesbar ist. Dabei sind sie deutlich kostengünstiger als Laserdrucker.

cav: Ein Unternehmen möchte einen Drucker anschaffen, der auch für die 2-D-Codierung geeignet ist. Worauf muss es dabei achten?

Kögler: Wichtig ist ein hochauflösender Drucker, der Codes in Grafikqualität erzeugt. Von Vorteil sind hochauflösende Thermo-Inkjet-Drucker, die schnelltrocknende Tinten verarbeiten. Damit lassen sich vielfältige Materialien kennzeichnen: Der Code kann so direkt auf lackierte Oberflächen und Kunststoffe aufgebracht werden, Lackaussparungen auf Arzneimittelverpackungen werden überflüssig. Für Pharmaunternehmen kann es außerdem wichtig sein, dass der Drucker problemlos in bestehende Systemlösungen (wie Trac-&-Trace-Systeme) integriert werden kann.

cav: Wie wird sich die 2-D-Codierung in den nächsten Jahren Ihrer Meinung nach entwickeln?

Kögler: Mit der erschwinglichen Kameratechnik und geeigneten Kennzeichnungsmethoden sind alle Bedingungen geschaffen, damit sich der Data-Matrix-Code in der Industrie durchsetzt. Die Pharmaindustrie ist hier Vorreiter. Für andere Branchen, insbesondere im hochpreisigen Segment, ist die Rückverfolgbarkeit von Produkten mittels 2-D-Codierung sicher ebenfalls interessant. Allgemein wird von einer Zunahme des Data-Matrix-Codes um 35 % ausgegangen.

Online-Info www.cav.de/0810468

„Für die zweidimensionale Codierung eignen sich am besten hochauflösende Thermo-Inkjet-Drucker, die schnelltrocknende Tinten verarbeiten."

Pharmadrucker für 2-D-Codes

Der auf HP-Thermo-Inkjet-Technologie basierende Tintenstrahldrucker Apsolute codiert zuverlässig und fälschungssicher alle Arten von Arzneimittelverpackungen. Anders als herkömmliche Drucker kann er schnelltrocknende Tinten verarbeiten. Damit lassen sich beschichtete bzw. lackierte Faltschachteln, Blisterfolien und Kunststoffverpackungen problemlos bedrucken, ohne dass eine Aussparung für die Codierung vorgesehen werden müsste. Als hochauflösendes Kennzeichnungssystem liefert der Drucker scharfe, gut lesbare Codierungen – von der einfachen Serialisierung über Barcodes, Texte und Datierungen bis hin zu Logos in Grafikqualität. Auch 2-D-Codes können in hoher Auflösung (bis 600 dpi) aufgebracht werden, sodass eine gute Kameralesbarkeit und lückenlose Rückverfolgung gewährleistet sind.

Zusätzlich zur Standardversion bietet APS eine voll integrierbare Boardversion ohne Tastatur und Display an, die sich schnell und flexibel in Data- Matrix-Stationen, Track-&-Trace-Systeme und Schaltschränke einbauen lässt. Mit einer speziellen PC-Software kann die Boardversion komplett über einen externen Rechner angesteuert werden. Sie verfügt über eine sehr schnelle und flexible Schnittstelle, die auch bei hohen Maschinenleistungen eine individuelle Produktkennzeichnung sicherstellt. Außerdem bietet sie Zusatzfunktionen zur einfachen Ansteuerung der Kamera und problemlosen Systemanbindung.

11.08.2010


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