Rauchgasreinigung
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- Besonders bei Müll-Chargen mit hohem PVC-Gehalt ist eine Neutralisierung saurer Schadstoffe notwendig
Bei der thermischen Verwertung von Reststoffen wird zur Einhaltung von Emissions-Grenzwerten in der Rauchgasreinigung Natriumhydrogencarbonat (BICAR) eingesetzt. Besonders bei Müll-Chargen mit hohem PVC-Gehalt ist eine Neutralisierung der sauren Schadstoffe notwendig. Um möglichst gezielt reagieren zu können, muss jederzeit die erforderliche Menge BICAR dosiert und in den Rauchgaskanal eingeblasen werden können.
Das Lösungskonzept von IB Verfahrens- und Anlagentechnik besteht aus den Hauptkomponenten Big Bag-Entleerstation mit Vorlagebehälter, Dosierschleuse sowie nachgeschalteter, kontinuierlicher Injektorförderung. Die Injektorförderung besteht aus einem dafür konzipierten Injektor, einem Drehkolbengebläse sowie einer Druckförderleitung. Das Drehkolbengebläse erzeugt den für die Injektorförderung notwendigen Überdruck.
Das BICAR wird in FIBCs (Big Bags) bereitgestellt und über den integrierten Elektrokettenzug in die Big Bag-Station eingefahren und positioniert. Der Anschluss des Big Bag-Auslaufs erfolgt über eine staubdichte, pneumatische Andockstation. Die Anlage ist nun betriebsbereit. Wird BICAR von der Prozessleittechnik angefordert, entleert sich der Big Bag in einen Vorlagebehälter. Von dort wird das Produkt durch eine Zellenradschleuse in den Injektor gefördert. Die erforderliche Menge wird durch die variable Drehzahl der Zellenradschleuse bestimmt. Der Injektor wird kontinuierlich vom Drehkolbengebläse mit Überdruck beaufschlagt. Der Luftstrom wird dort erst beschleunigt und dann mit der dosierten Menge BICAR beaufschlagt. Anschließend wird der mit BICAR beladene Luftstrom verzögert und in die Druckförderleitung übergeben. Die entstandene Flugförderung transportiert das BICAR zur Einblasstelle im Rauchgaskanal und verteilt sich dort im Rauchgasstrom. Eine Neutralisierung der sauren Schadstoffe kann nun stattfinden.
Die Steuerung der Anlage wird durch einen mitgelieferten Schalt- und Steuerschrank übernommen. Dieser ist u. a. mit einer SPS und einem Touch-Panel ausgerüstet. Die Anlage lässt sich über die Prozessleittechnik von der Leitwarte aus bedienen. Alle notwendigen Signale und Parameter werden ausgetauscht und angepasst und alle wichtigen Parameter durch entsprechende Sensorik überwacht und angezeigt. Personal ist lediglich zum Big Bag-Wechsel erforderlich, der rechtzeitig durch Visualisierung am Display sowie in der Leitwarte angezeigt wird.
Die Anlage ist u. a. mit den Optionen Big Bag-Walkvorrichtung, Streckvorrichtung, abgereinigte Entstaubung mit Staubrückführung sowie mit einer Fluidisierung im Vorlagebehälter ausgestattet. Das gesamte System ist für kontinuierlichen Betrieb mit einem Dosierbereich von 300 bis 3000 kg/h und einem Förderweg bis 100 m ausgelegt. Bei Bedarf lassen sich auch größere Mengen fördern.
